Pilates ist eine effektive Trainingsmethode, die Körper und Geist systematisch und wirkungsvoll trainiert. Es handelt sich dabei um ein Ganzkörpertraining, welches vor allem die Kräftigung der Muskulatur zum Ziel hat. Die primär beanspruchten Muskelgruppen sind die Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Die Übungen finden sowohl an komplexen, speziell dafür entwickelten Geräten als auch am Boden statt. Ursprünglich war diese Methode nach der Funktion benannt, den Geist mit Hilfe des Körpers zu kontrollieren: Contrology. Durchgesetzt hat sich dann aber doch die Benennung nach seinem Erfinder Joseph Hubert Pilates.

Historie

Pilates

Joseph Hubert Pilates (1883-1967) wurde nach seiner Auswanderung nach England und vielen Gelegenheitsjobs am Anfang des Ersten Weltkriegs als Deutscher interniert und gebar hier die Idee eines intensiven, systemischen Köpertrainings, was zu guter Haltung und einer besseren Konstitution führen sollte – zunächst für die mit ihm einsitzenden Soldaten. Später in Hamburg trainierte er die Polizei und Privatpersonen – und begann mit der Entwicklung seiner Pilates-Maschinen. Als er in die USA auswanderte, eröffnete er erste Pilates-Studios und v.a. Tänzer zählten zu seinen begeisterten Kunden. Da er nach seinem Tod kein Testament hinterließ, führten fleißige und kompetente Schüler seine Lehre fort. In den 90iger-Jahren entwickelte sich im Zuge des Wellness- und Lifestyletrends Pilates zu einer neuen Volkssportart und überzeugte die Masse.

Was ist Pilates?

Pilates ist eine geführte, professionelle Methode eines ganzheitlichen Körpertrainings. Sie besteht aus Kräftigungsübungen, bewusster Atmung und Dehnung. Die kleinen Halte- und Muskelgruppen in den tieferliegenden Bereichen werden besonders angesprochen. Ziel ist eine korrekte und aufrechte, sehr bewusste Körperhaltung. Damit einhergehend wird die Kondition verbessert, die Muskeln werden gestärkt, die Bewegungskoordination wird gefördert und der Kreislauf angeregt. Dies wird erreicht, in dem sich alles um die Stützmuskulatur innen rund um die Wirbelsäule dreht, dem sogenannten Power House. Beckenboden und Rumpfmuskulatur werden, ähnlich wie beim Yoga, besonders intensiv trainiert.

Da der geführte Atem alle Bewegungen sehr bewusst, langsam und fließend ausführen lässt, werden Gelenke und Muskeln geschont. Pilates besteht aus einem Wechsel von Kräftigung und Dehnung. Es gibt rund 500 Pilates-Übungen und fünf klassische Geräte:

  • Reformer
  • Barrel
  • Spine Corrector
  • Cadillac
  • Chair

Wichtig ist die exakte Ausführung aller Übungen. Deshalb empfiehlt sich zu Beginn ein Training an den Geräten und erst im zweiten Schritt Pilates auf dem Boden auszuüben. Hier zählt die Qualität der ausgeführten Bewegungen und deren Intensität – nicht die Quantität. Mit Pilates stellt sich eine größere Beweglichkeit des Körpers ein, eine bessere Haltung und Wohlbefinden sowie eine Straffung des Körpers, häufig auch eine Gewichts- und Umfangsreduktion.

Power House

Das „Power House“ ist das Zentrum der Arbeit beim Pilates. Moshé Feldenkrais hat es auch „Power Engine“ genannt. Gemeint ist das muskuläre Netzwerk, das für die Stabilität und grundsätzliche Kontrolle unserer Körpermitte verantwortlich ist, die sogenannte lumbopelvische Region. Hauptsächlich geht es dabei darum, den Beckenboden anzuspannen, inkl. Zwerchfell und Co., die inneren Oberschenkel und die Sitzknochen. Gedanklich zieht man den Bauchnabel in Richtung Rückgrat und den Beckenboden nach oben/innen. Alles steht unter Spannung, aber ohne den natürlichen Atem zu beeinflussen oder zu verkrampfen. Der Körper wird so in die effizientes Position gebracht, egal ob im Sitzen, Liegen oder Stehen. Der Körper richtet sich auf und wächst nach oben, verankert sich aber ebenso mit seinen Wurzeln im Boden, er wird optimal gestreckt.

Atmung

Die Atmung stellt einen zentralen Punkt im Pilates dar. Sie ist bewußt und geführt, eine Atmung in das Zwerchfell. Eine bibasale Expansion der Rippen ist erwünscht und wird unterstützt durch das Posterior Lateral Breathing. Anfänger nehmen dafür Ihre Hände auf dem Brustkorb zu Hilfe oder ein Handtuch, was um den Oberkörper geschlungen wird. Die Rippen werden durch das Einatmen lateral, superior und posterior gedehnt, wenn der Atem einfach natürlich fließt. Mit dem Nachlassen der Spannung erfolgt graduell das Ausatmen und gipfelt wieder anschließend in der Aktivierung des Power House.

Abgeleitete Prinzipien

Die Erwähnung von Pilates Prinzipien fiel erstmals 1980. Die Prinzipien sind etwas, was aus dem Schriften von Pilates z.B. “The Pilates Method of Physical and Mental Conditioning” abgeleitet wurden. Friedman & Eisen haben diese sechs konkret beschrieben und erschaffen:

  • Konzentration – das mentale Bewusstsein kontrolliert den Körper, mit voller Konzentration wird die Harmonie von Körper und Geist erstrebt
  • Zentrierung – das oben erwähnte Power House, die Stärkung der inneren Körpermitte
  • Kontrolle – die kontrollierte Ausführung aller Übungen stärkt die tiefe Stützmuskulatur
  • Atmung – die bewusste Atmung in das Zwerchfell wird trainiert
  • Präzision – eine genaue Ausführung aller Übungen und Atemtechniken wird angestrebt um die positiven Auswirkungen voll entfalten zu können
  • Fluss – alles ist im Fluß, der Geist aber v.a. der Körper, alle Übungen werden in der Bewegung fast ohne Pausen ausgeführt, fließend und nicht abrupt


Wir sind Ihr Pilates-Partner

 

Pilates ist wie Balsam für Körper und Geist – wenn es richtig durchgeführt wird. Wir von Infinitas Physio sind gerne Ihr Partner, wenn es darum geht, Pilates zu erlernen, Übungen durchzuführen und dem Körper etwas besonders gutes zuzuführen- Sprechen Sie uns gerne an oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unseren Praxisräumen. Neben klassischen Übungen auf dem Boden bieten wir Ihnen auch den Pilates Reformer